Der Adult Education Survey (AES) liefert umfassende Daten über die Beteiligung Erwachsener am lebenslangen Lernen für Politik und Wissenschaft. Die Trenderhebung ist für alle EU-Länder alle fünf bis sechs Jahre verpflichtend und wurde in Deutschland bisher alle zwei bis drei Jahre von Verian im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt.
Hoher methodischer Anspruch an Trendergebnisse und bildungspolitische Fragestellungen
Zentrale Herausforderungen sind die hohen methodischen Ansprüche gemäß Eurostat-Vorgaben einerseits und andererseits der Anspruch Trendinformationen im Verein mit Ergebnissen zu aktuellen Themen bereitzustellen. Die Ergebnisse werden beim BMBF als Trendbericht veröffentlicht und dienen als Grundlage vieler (politisch-)statistischer Berichte und als Benchmark der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS). Der AES hilft dabei, Trends und Muster im Weiterbildungsverhalten zu erkennen und politische Maßnahmen zur Förderung der Erwachsenenbildung zu entwickeln.
Kommunikation ist zentral
Das erfahrene Projektteam von Verian stand während der Projektdurchführung in engem Austausch mit den zentralen Akteuren aus Wissenschaft und Politik, um ein bestmögliches Ergebnis für alle beteiligten Akteure zu erzielen.
Zentrale Ergebnisse
Das zentrale Ergebnis des AES, die Quote der Teilnahme an Weiterbildung, dient als Benchmark der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS). So unterscheidet sich zwar die Quote im AES 2022 mit 58% nicht signifikant von der Erhebung im Jahr 2020, liegt aber noch deutlich hinter dem 65-Prozent-Ziel bis zum Jahr 2030 laut NWS zurück (Link zum NWS-Report). Zentral sind zudem folgende Ergebnisse:
- Bei gleichbleibender Quote auf Personenebene ist in allen drei Weiterbildungssegmenten seit dem Jahr 2020 jeweils ein prägnanter Rückgang der durchschnittlich je Weiterbildungsaktivität aufgewendeten Zeit in Stunden zu erkennen.
- Die Nutzenbewertung von Weiterbildungsaktivitäten hat sukzessive abgenommen. Während noch im Jahr 2012 87 Prozent der Weiterbildungsaktivitäten ein sehr oder recht hoher Nutzen zugesprochen wurde, sind es im Jahr 2022 mit 75 Prozent deutlich weniger.
- Der Aufwärtstrend von Bildung mit digitalen Medien (2020: 60%; 2022: 72%) ist vor allem auf den Anstieg von Weiterbildungsaktivitäten, die zumindest teilweise im Onlineformat umgesetzt wurden, zurückzuführen. Unter den 18-bis 64-Jährigen hat im Jahr 2022 gut die Hälfte (51 %) wenigstens eine Bildungsaktivität mit digitalen Medien wahrgenommen. D.h., seit dem Jahr 2018 ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu beobachten.
- Im Jahr 2022 geben mit drei von fünf (60 %) der 18-bis 64-Jährigen deutlich weniger Erwachsene an, einen guten Überblick über die eigenen Weiterbildungsmöglichkeiten zu haben als in den Jahren zuvor. Mit 44 Prozent der Befragungspersonen äußerten ergänzend deutlich mehr Personen den Wunsch nach mehr Information und Beratung, als dies in den Jahren zuvor der Fall war.
Veröffentlichungen (AES 2020 und 2022)
AES 2022:
- Käpplinger, Bernd & Bilger, Frauke (2025): Statistische Erfassungen zu Betrieblicher Weiterbildung. In: Martin Allespach, Bernd Käpplinger & Jana Wienberg (Hrsg.): Handbuch Betriebliche Weiterbildung – Kritisch-emanzipatorische Ansätze in Theorie und Praxis. Frankfurt/Main: Bund-Verlag., S.104-116
- BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.) (2024): Weiterbildungsverhalten in Deutschland 2022. Ergebnisse des Adult Education Survey. AES-Trendbericht. Bonn, Berlin: BMBF (Text: Bilger & Koubek)
AES 2020:
Datenbereitstellung bei GESIS für: AES 2007, AES 2010, AES 2012, AES 2014, AES 2016, AES 2018, AES 2020 und AES 2022
Verwendung als Grundlage folgender Statistiken und Bildungsberichte